Keine weiteren Bänke für Planetenweg
Von Markus Balser
Rees: Die CDU hatte angeregt, auf der beliebten Strecke am Deich mehr Bänke aufzustellen. Warum der Deichverband das ablehnt und welcher „Planet“ jetzt wieder da ist.
Der Planetenweg in Rees ist ein beliebter Pfad für Wanderer, Spaziergänger und Radfahrer. Die gut sechs Kilometer lange Strecke startet am Skulpturenpark und endet in der Nähe des Mehrer Sportplatzes an der Hanenkroitstraße. Seinen Namen hat der Planetenweg von den auf Findlingen montierten Bronzen, die entlang der Tour zu finden sind. Die Route zeigt im Maßstab von eins zu einer Milliarde die Planeten unseres Sonnensystems. Die Idee zu diesem Projekt hatte Klaus Kuhlen. Er trat damit an den Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) Rees heran, der dann für die Stadt Rees „die Sterne vom Himmel holte“.
Weil dieser vor 22 Jahren eingerichtete Lehr- und Wanderpfad sehr gut genutzt wird, hatte die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Rees vor kurzem wie berichtet angefragt, ob auf dem Teilstück zwischen Lindenallee und Bergswick zusätzliche Ruhebänke mit Abfalleimern installiert werden könnten. Die seien insbesondere für Seniorinnen und Senioren sowie Menschen mit eingeschränkter Gehfähigkeit gedacht. Denn immerhin liegen zwischen den Bänken an der Lindenallee und der Sitzgruppe in Höhe Bergswick 850 Meter. Weitere Bänke, aber auch zusätzliche Abfalleimer könnten nicht nur für eine bessere Teilhabe, sondern auch für eine größere Attraktivität des Weges sorgen – und das auch vor dem Hintergrund einer stärkeren Frequentierung durch den Ferienpark „Lake Village“.
Um den Haushalt nicht zu belasten, schlug die CDU vor, für diese Möblierung ehemalige Promenadenbänke zu nutzen, die noch in ordentlichem Zustand sind.
Doch aus den Vorschlägen wird nichts. Denn wie die Stadtverwaltung in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Planung, Bau und Vergabe mitteilte, gibt der Deichverband Bislich-Landesgrenze dazu keine Zustimmung.
Der Grund: Der Weg befindet sich auf dem Hochwasserschutz und Deichverbände wollen generell möglichst freie Deichwege haben, da jegliche Möblierung die essenzielle Deichverteidigung bei Hochwasser behindert. Sie können im Ernstfall den Zugang für Rettungs- und Einsatzfahrzeuge sowie schwere Maschinen, die zur Deicherhöhung oder -sicherung benötigt werden, blockieren, bei Flut weggespült werden, den Abfluss behindern oder den Deich beschädigen. Also gab’s eine Absage. Die CDU will darüber aber noch mal mit dem Deichverband reden.
Immerhin: Eine gute Nachricht vom Planetenweg gibt es: Der bereits im Winter 2021 (zum zweiten Mal) gestohlene „Saturn“ ist wieder zurückgekehrt. Damals hatten Unbekannte die Bronzetafel von ihrem Steinsockel abgesägt und mitgenommen. Mittlerweile wurde eine neue, kostengünstigere und für Diebe weniger attraktive Variante vom VVV angeschafft und montiert. Der Planetenweg ist somit wieder vollständig.

