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Antrag: Gravitationslangzeits-Speicher zur Nutzung regenerativer Energie

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Hense,

die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Rees beauftragt die Stadtverwaltung zu prüfen, inwieweit die Errichtung und der Betrieb eines Gravitationslangzeitspeichers im Stadtgebiet Rees grundsätzlich möglich, rechtlich zulässig und wirtschaftlich sinnvoll ist.

Im Rahmen der Prüfung sollen insbesondere folgende Aspekte berücksichtigt werden:

  • technische Funktionsweise und Einsatzmöglichkeiten von Gravitationsspeichern (z. B. Hebe- und Senksysteme mit Massenspeicherung)
  • mögliche Standorte im Stadtgebiet unter Berücksichtigung vorhandener Infrastruktur, Flächenverfügbarkeit sowie Nähe zu bestehenden Energieerzeugungsanlagen
  • rechtliche und planungsrechtliche Rahmenbedingungen (u. a. Bau-, Immissions- und Naturschutzrecht)
  • Einbindung in das bestehende Energieversorgungssystem sowie Netzintegration und Beitrag zur Netzstabilität
  • wirtschaftliche Betrachtung (Investitions- und Betriebskosten, Lebensdauer, Fördermöglichkeiten)
  • Vergleich mit alternativen Speichertechnologien (z. B. Batteriespeicher, Wasserstofflösungen)
  • mögliche Betreibermodelle (z. B. Stadtwerke, Kooperationen mit privaten Investoren oder Energieunternehmen)

Die Ergebnisse der Prüfung, einschließlich einer Chancen- und Risikenbewertung sowie eines möglichen weiteren Vorgehens mit Zeitrahmen, sollen dem zuständigen Fachausschuss zur weiteren Beratung vorgelegt werden.

Zur Begründung: 

Die Stadt Rees zeichnet sich bereits heute durch eine überdurchschnittlich hohe Erzeugung regenerativer Energie aus, insbesondere im Bereich der Windenergie, aber auch im Bereich weiterer erneuerbarer Energiequellen. Diese Entwicklung ist ausdrücklich zu begrüßen, bringt jedoch gleichzeitig neue Herausforderungen mit sich. Insbesondere die schwankende Verfügbarkeit von Wind- und Sonnenenergie erfordert zunehmend leistungsfähige Speicherlösungen, um erzeugte Energie effizient zu nutzen und Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Gravitationslangzeitspeicher stellen in diesem Zusammenhang einen innovativen Ansatz dar. Sie speichern überschüssige Energie, indem elektrische Energie in potenzielle Energie umgewandelt wird, etwa durch das Anheben großer Massen, und bei Bedarf wieder in Strom zurückgeführt wird. Diese Technologie gilt als langlebig, vergleichsweise ressourcenschonend und unabhängig von seltenen Rohstoffen.

International gibt es bereits erste Projekte, die die Praxistauglichkeit dieser Technologie demonstrieren. Beispielhaft zu nennen ist hier das Projekt der Firma Energy Vault (EVx) in China, bei dem ein turmartiges Speichersystem errichtet wurde, das durch das gezielte Heben und Senken von Gewichten Energie speichert und wieder abgibt. Solche Ansätze zeigen, dass Gravitationsspeicher eine ernstzunehmende Ergänzung im Energiemix der Zukunft darstellen können. 

Vor dem Hintergrund der besonderen Situation in Rees mit einem hohen Anteil erneuerbarer Energieerzeugung erscheint es sinnvoll, frühzeitig zu prüfen, ob und in welchem Umfang innovative Speichertechnologien wie der Gravitationslangzeitspeicher einen Beitrag zur lokalen Energiewende leisten können. Ziel ist es ausdrücklich nicht, bereits eine konkrete Umsetzung zu beschließen, sondern eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu schaffen.

Nach Vorlage der Ergebnisse soll gemeinsam mit den weiteren Fraktionen im Rat erörtert werden, ob und welche weiteren Schritte für die Stadt Rees sinnvoll und realisierbar sind. Dabei soll insbesondere berücksichtigt werden, wie eine nachhaltige, wirtschaftliche und zukunftsfähige Energieversorgung vor Ort weiter gestärkt werden kann. 

Mit diesem Prüfantrag möchte die CDU-Fraktion einen konstruktiven Beitrag zur Weiterentwicklung der kommunalen Energiepolitik leisten und sicherstellen, dass die Stadt Rees auch künftig eine aktive Rolle in der Gestaltung der Energiewende einnimmt.

Mit freundlichen Grüßen
Marcel Becker